Eine Kunst, die gelernt sein will. Mehr als ein halbes Jahrtausend hat sich weder seine ursprüngliche Form noch der Teig wesentlich verändert. Der erste Hinweis findet sich 1461 in Zürich: ein Honiggebäck mit der Bezeichnung «dirggely». Dieses entwickelte sich zu einer Spezialität, die noch heute im Brauchtum verankert ist. Leider sind keine schriftlichen Dokumente vorhanden, wie die Bildgebäcke seinerzeit entstanden sind.Die Modelstecher unterliessen es, ihre Werke zu zeichnen, da die meisten nicht schreiben konnten. Doch viele Besitzerfamilien zeichneten ihre Model mit einem Brandzeichen oder liessen ihr Allianzwappen einschnitzen.Heute bleibt die Kunst um den Tirggel und das Kulturerbe durch die Stiftung St. Jakob in der ursprünglichen Heimatstadt des Tirggels erhalten.

 

Kopie von Kopie von Titelseiten Vorschläge Tirggel 1

 

Der Tirggel-Bäcker darf die Herstellung ruhig verraten – denn aufs „Gschpüri“ kommt es an.

Am Vortag wird eine Honig-Lösung zubereitet die auskühlen muss. Diese Lösung wird mit Weizenmehl zu einem festen Teig vermengt. Zum Ausrollen darf die Maschine benutzt werden, die das schnell und exakt erledigt. Ein Model wird mit einer Bürste eingeölt. Der dünne Tirggelteig wird auf den Model gelegt und mit der Walze in das Motiv gepresst.

Ein Tirggel-Rezept zum ausprobieren


Zutaten:
450 g Honig
100 g Puderzucker
Je 1 Teelöffel Zimt, Nelkenpulver, Ingwer, Koriander und Anis
1 ½ Esslöffel Rosenwasser
700 g Mehl